"Um die Rolling Stones zu verlassen, muss man entweder sterben, wie Brian Jones, oder rausgeworfen werden, wie Mick Taylor", dementiert Keith Richards Anfang der 90er Jahre gewohnt großkotzig Gerüchte über einen Abgang Bill Wymans. "Den Bassisten kann man immer ersetzen," erwidert dieser lakonisch und beendet 1992 nach 31 Jahren tatsächlich seine Mitgliedschaft bei der wohl berühmtesten noch existierenden Rockband der Welt.
Während seiner Militärzeit (1955–1958) bei der Royal Air Force im niedersächsischen Oldenburg hörte Bill Wyman häufig Radiostationen, die speziell für die in Deutschland stationierten US-Soldaten Musik spielten. Seine Leidenschaft für Blues und Rock and Roll wurde dadurch entfacht. Zusammen mit Casey Jones gründete er im Herbst 1957 eine Skiffle-Band. Nach seiner Rückkehr nach England und ins bürgerliche Leben – mit Jobs in einer Metzgerei und im Elektrohandel – wurde er 1961 Mitglied der Chliftons, einer Rock-’n’-Roll- und Skiffle-Band.
Im Dezember 1962 wurde er Bassist bei den Rolling Stones, deren Sound er maßgeblich mitprägte. Obwohl er auch Songs komponierte, blieben das von ihm auch gesungene In Another Land sowie Downtown Suzie seine einzigen Songs, die auf Rolling-Stones-Alben (Their Satanic Majesties Request und Metamorphosis) veröffentlicht wurden. In Another Land erschien in den USA auch als Single. Wyman brachte sich selbst mehrere Instrumente bei, beispielsweise Zither, Gitarre, Vibraphon, Glockenspiel, Piano, Synthesizer-Orgel, Perkussion und Cello. Auf den frühen Aufnahmen der Rolling Stones und im Studio sang er auch im Hintergrund.
Auf der Bühne wurde vor allem sein dichtes rhythmisches Spiel mit dem Schlagzeuger Charlie Watts bewundert. Auf der US-Tournee 1975 spielte Bill Wyman im Stück Fingerprint File auf der Bühne Synthesizer, während der Gitarrist Ron Wood an den E-Bass wechselte. Eine Aufnahme dieses Stückes vom Konzert in Toronto, Kanada ist auf dem Album Love You Live zu hören. Zusammen mit Charlie Watts, Eric Clapton, Ian Stewart und Steve Winwood begleitete Wyman 1970 Howlin’ Wolf; zu hören auf der Langspielplatte The London Howlin’ Wolf Session. 1972 spielte er E-Bass für Stephen Stills auf dem Album Manassas. 1974 veröffentlichte Bill Wyman sein erstes Solo-Album Monkey Grip; 1976 folgte Stone Alone und 1982 Bill Wyman. Mit (Si, Si) Je Suis Un Rock Star gelang Bill Wyman 1982 der Sprung in die internationalen Hitparaden. Auf dem 1985 erschienenen Album Willie And The Poorboys wurde Bill von zahlreichen Freunden wie Jimmy Page und Charlie Watts unterstützt.
Erst 1997 zog es ihn wieder zur Rockmusik. Mit ein paar berühmten Kollegen wie Chris Rea, Eric Clapton, Mick Taylor, Albert Lee, Georgie Fame, Peter Frampton und Gary Brooker nahm er unter dem Bandnamen Bill Wyman & The Rhythm Kings Songs auf. Das vielfältige Material umfasste die Bereiche Jazz, Swing, Blues und Rock. Sehr gute Kritiken gab es für die Konzerte der Band; folgerichtig erschienen auch Live-Alben unter dem Titel Bootleg Kings. Im Mai 2001 folgte das vierte Album, die Doppel-CD Double Bill. Dieses Album platzierte sich in den englischen Charts.
(Quelle: WIKIPEDIA)