Mit normalen Maßstäben ist dem Phänomen „Zeltinger” nicht beizukommen. Wie auch? Zeltinger ist eben alles andere als ein normaler Mensch. Er ist ein Ereignis, ein Zornesausbruch der Natur, ein echtes Original. Legendär sein Einstand 1979 im Nachtclub „Roxy”, wo der Grundstein für die nachhaltige Popularität des Profi-Proleten gelegt wird. Legendär die 19 Auftritte, die folgen und wo einer staunenden Öffentlichkeit „Rock’n’Roll von der Straße” präsentiert wird, ruppiger, derber, an New Wave und Punk geschulter Rock von einem stets etwas atemlosen Zeltinger in derbem Rheinisch vorgetragen. Die eingekölschten Versionen von Lou Reeds „Walk On The Wild Side” („Stüverhoff”) und dem Ramones-Titel „Rockaway Beach” („Müngersdorfer Stadion”) entwickeln sich zuerst zu regionalen und dann sogar zu bundesweiten Hits, und der sperrige Zeltinger ist „talk of the town”.
Zeltinger-Konzerte sind ein Erlebnis: der Schweiß läuft die Wände herunter, der Saal tobt. Der gute Jürgen provoziert sein Publikum mit markigen Sprüchen („Hal die Fress, ich muss mich konzentrieren!”). Großartiger Lärm, musikalischer Krawall erster Güte. Im Jahr 2008 veröffentlichte die EMI zum 30-jährigen Jubiläum eine neue Best Of der Zeltinger Band. Auf diesem Album ist ein Abriss des Schaffens der letzten 30 Jahre zu hören, inklusive drei neuer Zeltinger-Band-Songs. Auch wurden nach langer Wartezeit pünktlich zu Jürgens 60tem Geburtstag endlich die ersten drei legendären Alben erstmalig auf CD veröffentlicht.